Was ist Cellulite?

Was ist Cellulite?

Cellulite betrifft viele Menschen, vor allem Frauen, und zeigt sich durch kleine Dellen auf der Haut, meist an Oberschenkeln, Gesäß oder Bauch. Cellulite ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Veränderung des Unterhautfettgewebes, bei der sich Fettzellen durch das Bindegewebe nach oben drücken und so die typische unebene Hautstruktur entsteht. Obwohl sie medizinisch unbedenklich ist, empfinden viele sie als störend und suchen nach Wegen, das Hautbild zu glätten.

Wer versteht, wie Cellulite entsteht, kann gezielter auf sie einwirken. Dabei spielen genetische Veranlagung, Hormone und Lebensgewohnheiten eine entscheidende Rolle. Auch Ernährung, Bewegung und Hautpflege beeinflussen, wie stark die Dellen sichtbar werden.

Dieser Beitrag erklärt, was Cellulite genau ist, welche körperlichen Prozesse dahinterstehen und welche Maßnahmen helfen können, das Erscheinungsbild zu verbessern. So lässt sich nachvollziehen, warum sie entsteht – und was wirklich gegen sie wirkt.

Definition und Merkmale von Cellulite

Cellulite beschreibt eine strukturelle Veränderung des Unterhautfettgewebes, die vor allem Frauen betrifft. Sie zeigt sich durch sichtbare Dellen und Unebenheiten der Haut, die meist an Oberschenkeln, Hüften, Gesäß oder Bauch auftreten. Medizinisch gilt sie nicht als Krankheit, sondern als ästhetisches Phänomen, das durch hormonelle, genetische und bindegewebsbedingte Faktoren beeinflusst wird.

Was versteht man unter Orangenhaut?

Der Begriff Orangenhaut bezeichnet das typische Erscheinungsbild der Cellulite. Die Haut wirkt uneben, da Fettzellen in der Unterhaut vergrößert sind und sich zwischen den straffen Bindegewebsfasern vorwölben.
Diese Strukturveränderung entsteht vor allem im subkutanen Fettgewebe, das bei Frauen durch senkrecht verlaufende Kollagenfasern geprägt ist.

Männer besitzen dagegen ein netzartiges Bindegewebe, das die Fettzellen gleichmäßiger verteilt. Dadurch tritt Cellulite bei ihnen deutlich seltener auf.
Fachlich wird die Erscheinung auch als Dermopanniculosis deformans oder gynoidale Lipodystrophie bezeichnet. Sie ist nicht entzündlich und verursacht keine Schmerzen oder körperlichen Symptome.

Typische betroffene Körperregionen sind:

  • Oberschenkel (innen und außen)
  • Gesäß
  • Hüften
  • Unterbauch

Diese Areale neigen aufgrund ihrer Fettverteilung und Hormonempfindlichkeit besonders zur Bildung von Dellen.

Wie sieht Cellulite aus?

Cellulite zeigt sich durch kleine, unregelmäßige Hautdellen, die an die Oberfläche einer Orange erinnern. Je nach Ausprägung unterscheidet man drei sichtbare Stufen:

Stadium Sichtbarkeit der Dellen
1 Nur beim Kneiftest sichtbar
2 Im Stehen erkennbar, im Liegen kaum
3 Sowohl im Stehen als auch im Liegen sichtbar

Die Haut kann sich weich oder uneben anfühlen, bleibt aber funktionell gesund.
Die Dellen entstehen durch das Zusammenspiel von Fettzellen, Bindegewebssträngen (Retinacula cutis) und Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe.
Hormonelle Einflüsse, insbesondere Östrogen, fördern die Durchlässigkeit der Gefäße und begünstigen leichte Lymphstauungen, was die Unebenheiten verstärkt.

Cellulite vs. Cellulitis

Obwohl die Begriffe ähnlich klingen, bezeichnen sie unterschiedliche Zustände.
Cellulite ist eine nicht entzündliche Veränderung des Fettgewebes, während Cellulitis (auch Zellulitis) eine bakterielle Entzündung der Unterhaut darstellt.

Merkmal Cellulite Cellulitis
Art Strukturelle Hautveränderung Entzündliche Infektion
Ursache Hormonelle und bindegewebliche Faktoren Bakterien (meist Streptokokken)
Symptome Hautdellen, keine Schmerzen Rötung, Schwellung, Schmerzen
Behandlung Kosmetisch Medizinisch/antibiotisch

Die Unterscheidung ist wichtig, da nur die entzündliche Form ärztlich behandelt werden muss.
Cellulite dagegen gilt als kosmetisches Phänomen, das keine gesundheitliche Gefahr darstellt.

Anatomische Grundlagen

Cellulite entsteht durch strukturelle Besonderheiten des subkutanen Fettgewebes und des Bindegewebes. Entscheidend sind die Anordnung der Fettzellen, die Beschaffenheit der Kollagenfasern und die Stabilität des fibrosen Bindegewebes, die gemeinsam das Erscheinungsbild der Haut beeinflussen.

Aufbau des Bindegewebes

Das Bindegewebe verbindet Haut, Muskulatur und Fettgewebe. Es besteht aus Zellen, Fasern und einer Grundsubstanz, die Nährstoffe transportiert und Elastizität verleiht.

Bei Frauen verlaufen die kollagenen Fasern meist senkrecht zur Hautoberfläche. Diese Struktur erleichtert das Hervortreten von Fettzellen in Richtung Haut, was die typische Dellenbildung begünstigt.

Männer besitzen dagegen ein netzartigeres Fasergerüst, das die Fettzellen stärker zurückhält. Diese anatomische Differenz erklärt, warum Cellulite überwiegend bei Frauen auftritt.

Das Bindegewebe enthält außerdem Gefäße und Lymphbahnen, die Flüssigkeitstransport und Stoffaustausch regulieren. Eine eingeschränkte Lymphzirkulation kann lokale Flüssigkeitsansammlungen fördern und das Hautbild weiter unregelmäßig erscheinen lassen.

Funktion der Fettzellen

Fettzellen (Adipozyten) speichern Energie in Form von Triglyzeriden und bilden die Hauptmasse des Unterhautfettgewebes. Sie dienen als Isolations- und Polsterschicht, schützen Muskeln und Organe und tragen zur Formgebung des Körpers bei.

Im Bereich von Cellulite vergrößern sich einzelne Fettzellen und drücken gegen das darüberliegende Bindegewebe. Diese Volumenzunahme erzeugt Spannung in den Retinacula cutis, den bindegewebigen Septen, die Haut und Unterhaut verbinden.

Wenn der Druck der Fettzellen steigt, wölbt sich die Haut zwischen den Septen nach außen. Gleichzeitig ziehen die festen Bindegewebsstränge die Haut nach innen. Das Zusammenspiel dieser Kräfte führt zu den sichtbaren Dellen.

Rolle von Kollagen und fibroses Bindegewebe

Kollagen ist das wichtigste Strukturprotein des fibrosen Bindegewebes. Es verleiht der Haut Festigkeit und Widerstandsfähigkeit. Mit zunehmendem Alter oder durch hormonelle Einflüsse wie Östrogen sinkt die Kollagenproduktion, wodurch die Haut an Spannkraft verliert.

Das fibrose Bindegewebe bildet feste Stränge, die Fettkammern voneinander trennen. Werden diese Strukturen unelastisch oder verkürzt, ziehen sie die Haut punktuell nach unten.

Eine verminderte Kollagenqualität oder -dichte schwächt die mechanische Stabilität der Haut. Dadurch können Fettzellen leichter durch das Gewebe drücken, was die unebene Oberfläche der Cellulite begünstigt.

Ursachen und Risikofaktoren

Cellulite entsteht durch ein Zusammenspiel biologischer, hormoneller und struktureller Faktoren. Veränderungen im Hormonhaushalt, genetische Unterschiede in der Bindegewebsstruktur, der natürliche Alterungsprozess sowie eine eingeschränkte Durchblutung und ein gestörter Lymphfluss tragen wesentlich zu ihrer Ausprägung bei.

Hormonelle Einflüsse

Östrogen spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Cellulite. Dieses Hormon fördert die Fetteinlagerung in bestimmten Körperregionen wie Hüften und Oberschenkeln und beeinflusst gleichzeitig die Elastizität des Bindegewebes. Ein Rückgang des Östrogenspiegels, etwa in den Wechseljahren, kann die Durchblutung und den Lymphfluss verringern.

Auch Progesteron wirkt auf das Gewebe, indem es Wassereinlagerungen begünstigt und die Gefäßwände schwächt. Zusammen führen diese hormonellen Schwankungen zu einer Bindegewebsschwäche, die das typische dellenförmige Hautbild begünstigt.

Beispielhafte Risikophase:

Lebensphase Einfluss auf Hormone Wirkung auf Haut und Gewebe
Pubertät Anstieg von Östrogen Zunahme von Fettzellen
Schwangerschaft Hohe Hormonspiegel Wassereinlagerung, Dehnung
Wechseljahre Rückgang von Östrogen Verlust an Elastizität

Genetische Veranlagung

Die genetische Ausstattung beeinflusst, wie stark sich Cellulite ausprägt. Sie bestimmt unter anderem die Anordnung der Kollagenfasern im Bindegewebe, die Verteilung der Fettzellen und die Fähigkeit des Körpers, Flüssigkeit abzutransportieren.

Menschen mit einer erblich bedingten Bindegewebsschwäche neigen dazu, dass Fettzellen leichter durch die Bindegewebsstränge nach oben drücken. Auch die Hautdicke spielt eine Rolle – dünnere Haut lässt Unebenheiten sichtbarer erscheinen.

Weitere erbliche Faktoren betreffen den Stoffwechsel und die Hormonregulation, die beide Einfluss auf Fettverteilung und Gewebespannung nehmen. Diese genetischen Komponenten erklären, warum selbst schlanke oder sportliche Personen Cellulite entwickeln können.

Alterungsprozesse

Mit zunehmendem Alter verändern sich Haut und Unterhautgewebe. Die Kollagenproduktion nimmt ab, und die Elastinfasern verlieren an Spannkraft. Dadurch wird das Gewebe weniger widerstandsfähig gegen den Druck der Fettzellen.

Zudem verlangsamt sich der Stoffwechsel, was den Fettabbau erschwert und die Durchblutung schwächt. Der sinkende Östrogenspiegel in der Menopause verschlechtert zusätzlich die Mikrozirkulation und den Lymphfluss.

Diese strukturellen Veränderungen führen dazu, dass sich die Haut unebener zeigt und Dellen stärker hervortreten. Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können diesen Prozessen nur begrenzt entgegenwirken, da sie die biologische Hautalterung nicht vollständig aufhalten.

Durchblutungs- und Lymphflussstörungen

Eine eingeschränkte Durchblutung und ein gestörter Lymphfluss verschlechtern den Abtransport von Flüssigkeit und Stoffwechselprodukten aus dem Gewebe. Dadurch entstehen Ödeme, die den Druck auf das Bindegewebe erhöhen und die Dellenbildung verstärken.

Faktoren wie Bewegungsmangel, Rauchen oder langes Sitzen beeinträchtigen die Mikrozirkulation weiter. Eine schwache lymphatische Drainage führt dazu, dass sich Flüssigkeit im Unterhautfettgewebe ansammelt.

Therapien, die die Durchblutung anregen – etwa Massagen oder gezielte körperliche Aktivität – können kurzfristig helfen, den Lymphfluss zu verbessern. Diese Maßnahmen beeinflussen jedoch nur das Erscheinungsbild und nicht die strukturellen Ursachen der Cellulite.

Betroffene Körperregionen

Cellulite zeigt sich vor allem an Körperstellen mit höherem Fettanteil und weicherem Bindegewebe. Besonders häufig treten die typischen Hautdellen an den Oberschenkeln, am Gesäß und am Bauch auf, wo hormonelle Einflüsse, Fettverteilung und Bindegewebsstruktur eine entscheidende Rolle spielen.

Oberschenkel

Die Oberschenkel gelten als die am häufigsten betroffene Region. Hier lagert sich subkutanes Fettgewebe unter der Haut in kleinen Kammern ab, die durch Kollagenfasern getrennt sind. Diese Struktur kann bei Frauen unregelmäßiger ausfallen, wodurch sich Dellen leichter abzeichnen.

Besonders die Rückseite und Außenseite der Oberschenkel zeigen sichtbare Veränderungen. Die Haut wirkt dort uneben, wenn sich Fettzellen vergrößern oder Flüssigkeit im Gewebe staut.

Regelmäßige Bewegung, gezieltes Krafttraining und eine gute Durchblutung können die Hautoberfläche glätten. Wechselduschen, Massagen und Lymphdrainagen fördern zusätzlich den Abtransport von Flüssigkeit und unterstützen das Bindegewebe.

Eine gesunde Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr trägt zur Stabilität des Gewebes bei. Dennoch bleibt die genetische Veranlagung ein wesentlicher Faktor für das Auftreten von Cellulite an den Oberschenkeln.

Gesäß

Am Gesäß ist Cellulite besonders ausgeprägt, da dieser Bereich einen hohen Anteil an Fettzellen besitzt. Das Bindegewebe hier ist weich und elastisch, was die Entstehung der typischen Dellen begünstigt.

Sitzende Tätigkeiten behindern die Durchblutung und können das Erscheinungsbild verstärken. Längeres Sitzen führt zu Druck auf das Gewebe, wodurch der Lymphfluss verlangsamt wird.

Zur Unterstützung eignen sich Bewegungseinheiten im Stehen, Dehnübungen und gezielte Gesäßmuskulatur-Übungen wie Kniebeugen oder Ausfallschritte. Diese fördern die Muskelspannung und verbessern die Hautstruktur.

Kosmetische Behandlungen wie Wellen- oder Vakuumtherapie können kurzfristig sichtbare Effekte erzielen, verändern jedoch nicht die tieferliegenden Ursachen. Das Gesäß bleibt daher eine der empfindlichsten Regionen für Cellulite.

Bauch

Der Bauch zeigt vor allem bei hormonellen Veränderungen – etwa in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren – Anzeichen von Cellulite. Fettzellen vergrößern sich unter dem Einfluss von Östrogen, während das Bindegewebe an Elastizität verliert.

Die Haut wirkt dadurch uneben, besonders im unteren Bauchbereich. Eine schwache Bauchmuskulatur kann die Erscheinung zusätzlich betonen, da sie weniger Halt bietet.

Moderates Ausdauertraining, Bauchmuskelübungen und eine ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker und Salz wirken unterstützend. Auch Wechselduschen und leichte Bürstmassagen regen die Durchblutung an.

Im Vergleich zu anderen Körperregionen lässt sich Cellulite am Bauch oft besser kaschieren, bleibt jedoch ein Hinweis auf die natürliche Struktur des Fett- und Bindegewebes.

Lebensstil und Einflussfaktoren

Lebensgewohnheiten beeinflussen, wie stark Cellulite sichtbar wird. Ernährung, Bewegung, Körperzusammensetzung und Stress wirken sich direkt auf Hautstruktur, Durchblutung und Bindegewebe aus und bestimmen damit, wie gleichmäßig die Haut erscheint.

Ernährung und Diät

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Hautgesundheit und der Stabilität des Bindegewebes. Eine ausgewogene Diät mit vitaminreichen Lebensmitteln, insbesondere mit Vitamin C, unterstützt die Kollagenbildung und stärkt die Hautstruktur.

Zucker- und salzreiche Kost kann dagegen Wassereinlagerungen fördern und die Fettzellenvergrößerung begünstigen. Verarbeitete Lebensmittel enthalten oft Zusatzstoffe, die den Stoffwechsel belasten und die Mikrozirkulation beeinträchtigen.

Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und ungesättigten Fettsäuren hilft, Entzündungsprozesse zu verringern. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält das Gewebe elastisch und unterstützt den Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Nährstoff Wirkung auf Haut und Bindegewebe
Vitamin C Fördert Kollagenaufbau
Omega‑3‑Fettsäuren Unterstützen Zellmembranen
Eiweiß Erhält Muskel- und Gewebestruktur
Antioxidantien Schützen vor Zellschäden

Bewegung und Sport

Regelmäßige Bewegung verbessert die Durchblutung und den Lymphfluss, was Ablagerungen im Unterhautfettgewebe reduziert. Krafttraining stärkt die Muskulatur und strafft die Haut von innen, während Ausdauertraining wie Radfahren, Schwimmen oder Gehen die Sauerstoffversorgung fördert.

Personen, die viel sitzen, zeigen häufiger eine verlangsamte Mikrozirkulation in den Beinen und Hüften. Bewegung aktiviert das Lymphsystem, das überschüssige Flüssigkeiten und Abfallstoffe abtransportiert.

Eine Kombination aus Kraft- und Ausdauerübungen wirkt am effektivsten. Schon 30 Minuten Bewegung täglich können den Stoffwechsel anregen und langfristig die Hautstruktur verbessern.

Gewicht und Körperzusammensetzung

Das Körpergewicht allein bestimmt nicht, ob Cellulite sichtbar ist. Entscheidend ist die Körperzusammensetzung, also das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse. Menschen mit höherem Muskelanteil haben meist ein festeres Gewebe und eine glattere Hautoberfläche.

Übermäßige Fettansammlungen im Unterhautfettgewebe können die Bindegewebsfasern dehnen und unregelmäßige Hautstrukturen verstärken. Eine langsame, kontrollierte Gewichtsreduktion durch ausgewogene Ernährung und Bewegung ist sinnvoller als schnelle Diäten, die Muskelmasse abbauen.

Ein stabiler Stoffwechsel mit ausreichender Eiweißzufuhr und regelmäßiger Bewegung unterstützt die Regeneration von Haut und Gewebe.

Stress und weitere Faktoren

Chronischer Stress beeinflusst den Hormonhaushalt, insbesondere den Cortisolspiegel. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolwert kann die Fettablagerung fördern und die Kollagenproduktion hemmen. Dadurch verliert das Gewebe an Festigkeit.

Auch Schlafmangel wirkt sich negativ auf die Zellregeneration aus. Ausreichender Schlaf unterstützt die Durchblutung und die Hauterneuerung.

Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und UV-Strahlung schwächen zusätzlich das Bindegewebe. Maßnahmen wie Entspannungstechniken, regelmäßige Pausen und eine bewusste Lebensführung helfen, den Stresspegel zu senken und die Hautstruktur langfristig zu stabilisieren.

Behandlungsmöglichkeiten und Prävention

Die Behandlung von Cellulite zielt darauf ab, die Hautstruktur zu glätten, die Durchblutung zu verbessern und das Bindegewebe zu stärken. Maßnahmen reichen von mechanischen Anwendungen über medizinisch-technische Verfahren bis hin zu kosmetischen Produkten mit spezifischen Wirkstoffen.

Mechanische Massagen und Lymphdrainage

Mechanische Massagen fördern die Durchblutung und den Abtransport von Flüssigkeiten im Gewebe. Geräte wie Vakuumroller oder Endermologie-Systeme erzeugen Unterdruck, der die Haut anhebt und das Bindegewebe stimuliert. Diese Methode kann das Hautbild vorübergehend glätten, erfordert jedoch regelmäßige Sitzungen.

Manuelle Lymphdrainage unterstützt den Abfluss von Lymphflüssigkeit und reduziert Schwellungen. Sie eignet sich besonders für Personen mit trägem Stoffwechsel oder Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe.

Einige Anwender kombinieren Massagen mit Trockenbürsten oder Wechselduschen, um die Mikrozirkulation zusätzlich zu fördern. Obwohl die Effekte meist moderat sind, zeigen Studien, dass regelmäßige Anwendung die Hautelastizität verbessern kann.

Medizinische und kosmetische Verfahren

Medizinische Verfahren zielen auf tiefere Hautschichten und das Bindegewebe ab. Subzision durchtrennt verhärtete Kollagenstränge unter der Haut, was Dellen sichtbar reduzieren kann. Lasertherapie erwärmt das Gewebe, stimuliert die Kollagenbildung und strafft die Haut.

Radiofrequenz- und Stoßwellentherapien gelten als nicht-invasive Optionen, die die Durchblutung anregen und die Hautstruktur festigen. Diese Verfahren zeigen meist nach mehreren Sitzungen messbare, aber keine dauerhaften Verbesserungen.

Kosmetische Geräte wie Ionithermie kombinieren Wärme, elektrische Impulse und mineralhaltige Packungen. Ziel ist eine vorübergehende Straffung und Entwässerung des Gewebes. Cryolipolyse, ursprünglich zur Fettreduktion entwickelt, kann in manchen Fällen ebenfalls zu einer leichten Glättung führen, da sie Fettzellen lokal reduziert.

Topische Produkte und Wirkstoffe

Cremes und Gele mit aktiven Inhaltsstoffen unterstützen die Hautpflege bei Cellulite. Koffein und Aminophyllin fördern den Fettabbau in den oberen Hautschichten, während Retinol die Kollagenproduktion anregt und die Hautstruktur stärkt.

Tabelle: Häufige Wirkstoffe und ihre Funktion

Wirkstoff Hauptwirkung Anwendungshäufigkeit
Koffein Fettabbau, Entwässerung 1–2× täglich
Retinol Kollagenstimulation, Hauterneuerung abends
Aminophyllin lokale Lipolyse 1× täglich

Die Wirksamkeit topischer Produkte bleibt begrenzt, da sie nur oberflächlich wirken. Dennoch können sie bei konsequenter Anwendung die Haut glatter und fester erscheinen lassen.

Häufig gestellte Fragen

Cellulite entsteht durch strukturelle Veränderungen im Unterhautfettgewebe und betrifft besonders Frauen. Genetik, Hormone, Ernährung und Bewegung beeinflussen ihr Auftreten und ihre Ausprägung. Verschiedene Behandlungsansätze zielen darauf ab, das Hautbild zu glätten und die Durchblutung zu fördern.

Wie entsteht Cellulite und wer ist davon betroffen?

Cellulite entsteht, wenn sich Fettzellen unter der Haut vergrößern und das umliegende Bindegewebe schwächen. Dadurch bilden sich sichtbare Dellen, meist an Oberschenkeln, Gesäß und Bauch. Frauen sind häufiger betroffen, da ihre Bindegewebsstruktur parallel verläuft und Fettzellen leichter nach außen drücken können.

Welche Faktoren begünstigen die Entwicklung von Cellulite?

Zu den Hauptfaktoren zählen genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse, Bewegungsmangel und eine kalorienreiche Ernährung. Auch Rauchen, Alkohol und Stress können die Durchblutung und den Stoffwechsel beeinträchtigen, was die Bildung von Cellulite fördert. Mit zunehmendem Alter verliert die Haut zudem an Elastizität.

Gibt es wirksame Behandlungsmethoden gegen Cellulite?

Behandlungen wie Massagen, Radiofrequenz, Microneedling oder Kryolipolyse können das Erscheinungsbild verbessern, indem sie die Durchblutung und Kollagenproduktion anregen. Die Wirksamkeit hängt jedoch von der individuellen Hautstruktur ab. Eine Kombination aus medizinischen Verfahren und regelmäßiger Pflege erzielt meist bessere Ergebnisse.

Inwiefern spielen Ernährung und Lebensstil eine Rolle bei Cellulite?

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Omega-3-Fettsäuren unterstützt die Hautgesundheit. Ausreichend Wasser fördert die Elastizität und hilft, Stoffwechselprodukte auszuschwemmen. Ein gesunder Lebensstil mit moderatem Alkoholkonsum und Rauchverzicht kann das Risiko sichtbarer Cellulite verringern.

Können Sport und Bewegung Cellulite reduzieren?

Regelmäßige Bewegung stärkt Muskeln und Bindegewebe, was die Haut glatter erscheinen lässt. Besonders Krafttraining und Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Laufen sind hilfreich. Bewegung verbessert zudem die Durchblutung und reduziert Körperfett, wodurch sich Dellen weniger deutlich abzeichnen.

Sind Cellulite-Cremes und -Lotionen effektiv in der Anwendung?

Cremes mit Inhaltsstoffen wie Koffein, Retinol oder Peptiden können die Haut vorübergehend straffen und die Mikrozirkulation fördern. Ihre Wirkung bleibt meist oberflächlich und erfordert regelmäßige Anwendung. Sie können unterstützend wirken, ersetzen aber keine ganzheitliche Behandlung oder Lebensstiländerung.

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